Plakatkunststücke

Horst Janssen war eine Jahrhunderterscheinung. Nahezu ununterbrochen zeichnete, radierte, schrieb und werkelte er. Auch in der Herstellung von Plakaten war er rühriger als seine Zeitgenossen. Fast alle seine Ausstellungen begleitete Janssen mit einem Plakat – zunächst in Form von Lithographien, seit den 70er Jahres zumeist als Offsetdrucke. Mit Originalität und frappierender Könnerschaft rückte Janssen dem Plakat dabei künstlerisch zu Leibe und führte die Gattung mit seiner eigenständigen Bildersprache zu neuen Höhen. In ihrer Fülle bieten seine Plakate heute einen Überblick über 40 Jahre seines umfangreichen Schaffens; sie leiten in die wichtigsten Werkkomplexe des Künstlers ein und gewähren einen tiefen Einblick in seine komplizierte Persönlichkeit. Janssen selbst kam die im 20. Jahrhundert neu entwickelte künstlerische Gattung wie gerufen. Gezielt setzte er die Plakate ein, um seine zeichnerische Virtuosität in die Welt hinaus zu tragen. Durch Anhänge auf Straßen und Plätzen ebenso durch den Vertrieb über Buchhandlungen und Postergalerien brachte er sich landauf landab in Gespräch und eroberte hunderttausendfach Wohnungen, Werkstätten, Büros und die Herzen seines Publikums. Zu Lebzeiten signierte Janssen seine Plakate eigenhändig. Seit seinem Tod stempelt seine Tochter Lamme sie und vermerkt sie auf der Rückseite mit dem Copyright.